Altpapier selber sammeln lohnt oft nicht mehr
Der Musikverein Meißenheim lässt Recyclingfirma sammeln.
MEISSENHEIM (mz). Dass Aufwand und Ertrag nicht immer in einem vernünftigen Verhältnis stehen, müssen Vereine
derzeit bei ihren Sammelaktionen erkennen. Über die Altpapiersammlung des Musikvereins Meißenheim am Freitag, 30.
April, sprachen wir mit dem Vorsitzenden Maik Bartkowiak. Der Verein wird die Sammlung nicht selber durchführen.
Lange Zeit waren Papier- oder Altmetallsammlungen für Vereine eine lukrative Möglichkeit, die Vereinskasse aufzufüllen.
Eine Tonne Altpapier konnte bis zu 100 Euro bringen. Das ist Vergangenheit. Heute sind die Preise im Keller. Für viele
Vereine lohnt sich der Aufwand nicht mehr, erschwerend wirken Corona-Vorschriften. Für den Musikverein Meißenheim
werden am Freitag weder Traktor noch Helfer unterwegs sein und die Papierspenden am Straßenrand auf den Hänger
laden. Stattdessen sammelt die Firma Weber das Altpapier und vergütet es dem Verein.
„Wir waren verwundert, als das Unternehmen anfragte, ob sie die Papiersammlung für uns übernehmen sollen. Wir
fragten uns, wo der Haken war. Bedingung war nur, dass wir die Aktion wie gewohnt bewerben. Firma Weber zahlt uns
den tagesaktuellen Papierpreis“, erklärt Bartkowiak.
Das sei eine Art Glückstreffer. Das Anmieten von Containern entfalle, ebenso die Kosten für den Einsatz der Traktoren.
Schon das mache die Kooperation mit Weber interessant. Bei Preisen zwischen 20 bis 50 Euro pro Tonne bleibe unterm
Strich mehr für den Verein.
„Der Musikverein hat jährlich zwei Sammlungen. Die Kombisammlung Altmetall/Altpapier im Frühjahr und eine weitere
Papiersammlung im Spätjahr“, sagt Maik Bartkowiak. Was die Unterstützung aus den eigenen Reihen angehe, sei der
Verein gut aufgestellt. Dem Altersschnitt der erwachsenen Mitglieder stehe die Vereinsjugend gegenüber. „Es macht
Freude zu sehen, wie die Eltern ihre Kinder motivieren und selber bei den Sammlungen mitmachen.“
Dass der Musikverein, wie am morgigen Freitag, nicht selbst unterwegs ist, soll nicht zur Regel werden. Sobald Corona-
Restriktionen dies nicht mehr behindern, will der Verein wieder selber sammeln. Die Aktionen seien eine wichtige
Einnahmequelle, stärkten das Miteinander und förderten die Kameradschaft, betont der Vorsitzende. „Es ist toll, nach
getaner Arbeit bei einem Vesper zusammenzusitzen.“
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